EP1: Wie eine Thermal-Drohne unsichtbare Schäden an PV-Anlagen sichtbar macht

cover1

Wie eine Thermal-Drohne unsichtbare Schäden an PV-Anlagen sichtbar macht

Photovoltaikanlagen gelten als zuverlässig und langlebig, doch viele Probleme entstehen langsam und bleiben lange verborgen. Ein kleines Loch in der Lötstelle, ein beginnender Zellriss, eine defekte Bypass-Diode oder eine unbemerkte Verschattung kann bereits dazu führen, dass einzelne Module weniger Leistung bringen. Von unten sieht die Anlage dabei oft völlig unauffällig aus – sauber, intakt und stabil. Doch im Hintergrund verliert sie unter Umständen schon seit Monaten Ertrag. Die meisten Betreiber verlassen sich auf die Anzeige ihres Wechselrichters, doch dieser zeigt nur die Gesamtleistung. Wenn zwei oder drei Module schwächeln, fällt das kaum auf. Genau deshalb bleiben viele Schäden unentdeckt, obwohl sie bereits Geld kosten. Die Wahrheit ist: Ohne moderne Messtechnik erkennt man diese schleichenden Fehler nicht. Und genau hier beginnt die Stärke einer Thermal-Drohne.

faulty panels

Eine Thermal-Drohne kombiniert eine klassische Kameradrohne mit einer leistungsstarken Wärmebildkamera. Während die RGB-Kamera ein normales Foto liefert, zeigt die Thermalkamera die Temperaturverteilung der Module. Ein gesundes Modul arbeitet gleichmäßig – und erwärmt sich entsprechend homogen. Sobald jedoch eine Zelle nicht richtig funktioniert, staut sich Energie und es entsteht Hitze. Diese abweichenden Temperaturen sind für das menschliche Auge unsichtbar, doch die Drohne zeigt sie sofort: kleine Hotspots, ungewöhnlich warme Bereiche, kalte Felder durch Verschmutzung oder typische Muster, die auf PID, Zellstring-Probleme oder Kontaktfehler hindeuten. Eine Anlage, die im normalen Foto perfekt aussieht, kann im Wärmebild plötzlich ein ganz anderes Bild zeigen – ein Bild voller Hinweise auf technische Probleme. Besonders beeindruckend ist, wie schnell diese Diagnose funktioniert: Ein kompletter Dachscan dauert nur wenige Minuten. Niemand muss aufs Dach steigen, keine Anlage wird abgeschaltet, nichts wird berührt. Die Drohne fliegt, analysiert und liefert sofort verwertbare Ergebnisse.

dcim/100media/dji 0001 r.jpg

Nach der Inspektion bekommt der Kunde nicht nur die reinen Wärmebilder, sondern auch eine verständliche Auswertung. Es wird erklärt, welche Bereiche auffällig sind, warum diese Auffälligkeiten entstehen und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Installateure können dadurch gezielt eingreifen, statt die gesamte Anlage umständlich durchzumessen. Die thermale Inspektion ist im Grunde ein Gesundheitscheck für die PV-Anlage: Sie deckt unsichtbare Schäden auf, erkennt Leistungsverluste frühzeitig und verhindert teure Folgeschäden. Gerade ältere Anlagen oder Systeme mit vielen Teilverschattungen profitieren enorm von dieser Methode. Ein kurzer Flug genügt, um Klarheit zu schaffen – oft spart man damit schon nach der ersten Analyse bares Geld.

thermal with logo

Finanzen & Steuern – warum sich die Prüfung doppelt lohnt

sparen

Neben dem technischen Nutzen hat eine thermale PV-Prüfung auch klare finanzielle Vorteile. Denn viele Betreiber vergessen, dass eine PV-Anlage steuerlich als Einkunftsquelle behandelt wird – egal ob auf dem Einfamilienhaus oder auf dem Firmendach. Damit gelten Prüfungen, Wartungen und Inspektionen in der Regel als Betriebsausgaben, die steuerlich absetzbar sind.

Im deutschen Steuerrecht ist das eindeutig geregelt:

  • Nach § 4 Abs. 4 EStG gehören zu den Betriebsausgaben alle Aufwendungen, die „durch den Betrieb veranlasst sind“.
  • Wartung, Instandhaltung, Inspektion und technische Überprüfung einer PV-Anlage fallen darunter, weil sie direkt dem Zweck dienen, die Anlage betriebsbereit zu halten und Stromerlöse zu sichern.
  • Auch thermografische Prüfungen gelten als Erhaltungsaufwand, der sofort abzugsfähig ist (§ 9 Abs. 1 Nr. 7 i.V.m. § 4 Abs. 4 EStG).

Für Vermieter, Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe ist die Situation besonders attraktiv: Die Kosten einer Thermalinspektion können zu 100 % als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.
Hausbesitzer, die Strom einspeisen, dürfen die Kosten im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ebenfalls vollständig ansetzen.

Kurz gesagt:
Die Thermalprüfung spart nicht nur Ertragseinbußen – sie reduziert auch die Steuerlast.

Und in Kombination mit den möglichen Schadensvermeidungen ist die Drohneninspektion oft bereits nach einem einzigen gefundenen Modulfehler wirtschaftlich. Eine kleine Investition, die sich doppelt auszahlt: technisch und steuerlich.

hotspot

Sicherheit – warum die Thermaldrohne ein entscheidender Schutzfaktor ist

Neben der Leistungskontrolle spielt Sicherheit eine immer größere Rolle bei Photovoltaikanlagen. Kleine Schäden können sich unbemerkt zu echten Risiken entwickeln. Besonders Hotspots gelten als kritisch: Wenn eine einzelne Zelle durch einen Defekt überhitzt, kann sich die Temperatur so stark erhöhen, dass Kunststoffschichten beschädigt werden oder sogar Schmorstellen entstehen. Das passiert langsam, oft über Monate – und bleibt ohne Wärmeprüfung unsichtbar. Eine Thermaldrohne erkennt diese Überhitzungen frühzeitig, lange bevor sie gefährlich werden. Auch lose Anschlusskabel oder fehlerhafte Kontakte können Wärme erzeugen, die im normalen Sichtbild völlig unauffällig bleibt, im Thermogramm jedoch sofort auffällt. Die Inspektion aus der Luft sorgt zudem dafür, dass kein Mensch auf das Dach steigen muss – ein erheblicher Sicherheitsgewinn, besonders bei hohen Gebäuden, steilen Dächern oder Hallen mit empfindlichen Dachmaterialien. Die Drohne arbeitet berührungslos, schnell und ohne jedes Risiko für den Betreiber oder das Gebäude. Damit trägt die thermale Inspektion nicht nur zur Leistungsoptimierung bei, sondern auch zur aktiven Gefahrenprävention: Sie schützt vor Bränden, strukturellen Schäden und unnötigen Reparaturkosten und sorgt dafür, dass die Anlage langfristig sicher betrieben werden kann.

solarfeuer

Abschluss & Fazit – ein kleiner Check mit großer Wirkung

Zusammengefasst zeigt der Einsatz einer Thermal-Drohne sehr deutlich, wie viel Potenzial in einer schnellen, präzisen und vollkommen berührungslosen PV-Analyse steckt. Unsichtbare Schäden werden sichtbar, Ertragsverluste früh erkannt, Sicherheitsrisiken entschärft und unnötige Reparaturkosten vermieden. Gleichzeitig lassen sich die Prüfmaßnahmen steuerlich absetzen, was den wirtschaftlichen Vorteil weiter verstärkt. Eine thermale Inspektion ist damit kein Luxus, sondern eine sinnvolle, effiziente und langfristig äußerst rentable Entscheidung für jeden Anlagenbetreiber. Wer seine Photovoltaikanlage schützen, ihre Leistung sichern und gleichzeitig Geld sparen möchte, profitiert von dieser modernen Technologie in jeder Hinsicht. Vielen Dank fürs Lesen – und wenn Sie Ihre Anlage ebenfalls professionell überprüfen lassen möchten, stehe ich Ihnen als
Fliegendes Auge – Drohneninspektion jederzeit gerne zur Verfügung.

20251029 103643